Erster Vivihouse-Bauworkshop mit Architekturstudierenden der TU Wien

In den Osterferien 2018 haben wir zusammen mit Studierenden des Entwurfskurses "Demand the future II" (Prof. Karin Stieldorf, TU Wien) die ersten Fassadenelemente in einem 1:1-Workshop gebaut. Unter tatkräftiger Unterstützung und Anleitung durch das Team des ASBN (Österreichisches Strohballennetzwerk) wurde gesägt, geschraubt, getackert, verputzt und Stroh eingebaut. Neben handwerklichen Fähigkeiten nahmen die Studierenden auch ein neues Gefühl des gemeinschaftlichen Bauens und Selbstbewusstsein im Umgang mit Werkzeug und ökologischen Rohstoffen mit.

Endlich ist es soweit: Aus den theoretischen Planungen des letzten Jahres entsteht nun der erste handfeste Prototyp eines Vivihouses – für uns ein magischer Moment. Schon die Wochen zuvor drehten sich allein um die Organisation des Ortes, des Materials und des Werkzeugs. Wie viele Schrauben brauchen wir? Und wieviel Holz? Fragen, die uns erst der Workshop und das echte Bauen beantworten konnten. In ständiger Absprache mit unseren PartnerInnen veränderten sich noch in letzter Minute die Dimensionen des Holzrahmens und unser Improvisationstalent wurde herausgefordert.

Doch nun ist es da: das Material, das vorläufige Werkzeug, der angemietete Gabelstapler und der Zwangsmischer. Am Wochenende vor dem Workshop organisieren wir den Aufbau der Halle zusammen mit dem tollen Team vom ASBN. Wir sind alle sehr aufgeregt und gespannt.

Am Montag, den 26.März, beginnen die Studierenden des Entwurfskurses „Demand the future II“ bei Prof. Karin Stieldorf. Der erste Tag widmet sich der Einführung und dem organisatorischen Aufbau des Workshops. Ab Tag zwei wird fleißig gesägt, gebohrt und geschraubt. In Windeseile entstehen die 2,8m x 2,9m großen Holzrahmen. Einige Gruppen beginnen schon mit dem Stroheinbau.

Im Hintergrund dokumentieren wir die Zeiten, die Konflikte und die Materialmengen, die tatsächlich verbaut werden, um bei zukünftigen Bauworkshops aus unseren Erfahrungen zu lernen.

In der täglichen Abschlussrunde gibt es viel positives Feedback, aber auch konstruktive Hinweise bezüglich Wartezeiten zwischen verschiedenen Arbeitsschritten oder Werkzeugmengen werden angemerkt.

Im Laufe des Workshop werden aus den zusammengemischten Studierenden eingespielte Teams, die wie selbstverständlich miteinander arbeiten. Am Ende von Woche eins sind die ersten Kalk- und Lehmputzschichten auf den Fassadenelementen und verraten nicht mehr, dass in ihrem Inneren Strohballen schlummern. Da die Wandaufbauten unterschiedlich sind, mal mit Fenster, mal mit Beplankung, ist der Arbeitsaufwand sehr verschieden und die Gruppen kommen unterschiedlich schnell voran. Eine Gruppe überlegt sich deshalb selbstständig eine Grünfassade für ihr Fassadenelement.

Bei der Arbeit darf natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen und abends wird noch bis spät in die Nacht zusammengesessen und neue Freundschaften geknüpft.

Am letzten Tag sind alle Fassadenelemente fertig. Durch die langen Putztrocknungszeiten muss nur noch eine Feinputzschicht im Nachhinein aufgetragen werden. Wir bekommen von vielen Studierenden die Rückmeldung, dass sie eine tolle Zeit mit vielen neuen Erfahrungen hatten und sich noch gar nicht vorstellen können wieder in den „normalen“ Studierendenalltag einzutauchen.

Wir sagen: Vielen Dank an alle Beteiligten! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei der Maker Faire 2018, wo die Fassadenelemente ausgestellt werden und ebenso auf viele bekannte Gesichter bei den Bauworkshops im Sommer!

Comments (1)

Hallo! Ich durfte am vorletzten Tag euch kurz besuchen und war wirklich begeistert von eurem Werk! Die ersten vivihouse-Elemente in der Originalgröße … ganz schön und toll. Gratuliere!

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